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ChiKung

WingTsun-Schuhe bringen Power in deinen Stand

Mit den chinesischen Schuhen mit ihren Ledersohlen – da rutscht man doch leicht weg, da dreht ein Fuß unbeabsichtigt aus, wollen die Zehen ihre Einwärtsdrehung im IRAS nicht halten. Könnte man meinen.

Also ist es besser, Schuhe mit fester Gummi- oder Kunststoffsohle zu tragen? Die rutschen nicht und halten die Füße in der gewünschten Position, indem sie leicht am Boden haften bleiben. Sie machen das Training des IRAS vordergründig einfacher und geben das Gefühl von Kontrolle. Doch der Schein trügt.
Die Kunststoffsohlen bringen ganz allgemein einige bekannte Nachteile mit sich:

  • Trägt der Trainingspartner leichtere Schuhe, steigt für ihn/sie die Verletzungsgefahr durch deine Schuhsohlen.
  • Bei Kicks oder Trittabwehr bleibt man leichter an Kleidung oder Beinen des Partners hängen und das kann für dich selbst und den Partner mit unangenehmen Folgen verbunden sein.

 

Bequeme Muskulatur überlässt Haltearbeit den Turnschuhen – auf Kosten der Flexibilität

Doch zurück zum Trainingseffekt: Hier übernehmen die Schuhe mit rutschfester Sohle eine Aufgabe, die eigentlich deine Muskeln übernehmen sollten. Die Haftung auf dem Boden über die Gummisohle ist eine passive Fixation auf Kosten der dynamischen Stabilisierung durch deine Muskulatur, d.h. nach dem Motto „Wer rastet, rostet“ werden so die Muskeln immer träger und überlassen die Haltearbeit der Gummisohle. Mit dem Nachteil, dass dem Nervensystem eine unechte Stabilität, eine unechte Sicherheit vorgegeben wird. So werden wichtige Muskeln unseres Körpers weniger trainiert – die so genannten Rumpfstabilitäts-Muskelgruppen, die für die Stabilität unseres Rumpfes während der Bewegung verantwortlich sind. Diese Muskelarbeit ist die Voraussetzung für eine korrekte Beinspannung. Dies wird einem mit den chinesischen Schuhen sehr bewusst, da sich die Füße automatisch nach außen drehen, wenn der untere Rumpf nicht richtig stabilisiert. Durch die rutschfesten Gummisohlen kann man die Füße trotz fehlender Rumpfstabilität einigermaßen halten. Jedoch mit folgenden Nachteilen:

  1. Mehr Adduktion statt Innenrotation: Die Belastung auf dem Fuß wechselt auf die Innenkante, dadurch wird das Knie außen mehr belastet und die Innenbänder am Knie werden gedreht (X-Beine).
  2. Die Lendenwirbelsäule wird in Richtung Hohlkreuz gezogen und es entsteht Fixation statt dynamischer Rumpfstabilität, was wiederum die Fähigkeit nachzugeben und zu fühlen massiv beeinträchtigt.

 

Rumpfstabilität – die Voraussetzung für Körpereinheit

Diese Rumpfstabilisatoren umschließen unseren Becken- und Bauchraum wie eine feste Hülle, bestehend aus inneren Bauch-, unteren Rückenmuskeln, Beckenboden und Zwerchfell. Sie unterstützen uns bei praktisch allen Bewegungen, indem sie die Körpermitte stark machen, die Wirbelsäule stützen, so dass effiziente Bewegung überhaupt möglich wird. Sind die Haltemuskeln zu schwach, müssen Bewegungsmuskeln unterstützend eingreifen, d.h., letztere können nun ihren eigentlichen Bewegungszweck nicht mehr optimal ausführen. Es kommt zu muskulärer Fixation auf Kosten der Flexibilität. Gerade bei schnellen, ausladenden Bewegungen und beim Heben werden im muskulär fixierten Körper Strukturen überlastet. Schmerzen im unteren Rücken sind nicht selten die Langzeitfolge.

Also gilt es, diese Stabilisatorenmuskeln zu trainieren. Und das tun wir im WingTsun glücklicherweise schon ziemlich effizient mit unserem IRAS und der Schrittarbeit. Noch wirksamer wird das Training, wenn wir die rutschigen chinesischen Schlüpfschuhe tragen, da sie eben weniger Kompensation durch eine Fixierung zulassen und uns somit besseres Feedback darüber geben, wie wir unseren Bewegungsapparat gerade einsetzen. Der fehlende Halt am Boden wird nun aktiv von der Stabilisatorenmuskulatur übernommen bzw. wird sie gefordert, mehr Leistung zu bringen, um die Positionen trotzdem richtig halten zu können. Unsere Körpereinheit wird automatisch aktiviert.

 

Bodenkontakt unserer Fußsohlen ermöglichen

Zudem haben unsere Füße in Schuhen mit sehr dünnen Sohlen besseren Bodenkontakt. Dadurch können die Rezeptoren an Zehen und Fußsohlen den Untergrund spüren und optimaler mit ihm interagieren. Die Informationen, die unsere Fußsohlen ans Nervensystem weiterleiten, sind für einen guten Stand und ein sich laufend neu findendes Gleichgewicht unabdingbar. Beim Gehen leitet das Auftreffen des Fersenbeins auf dem Boden den Impuls direkt in die Hüfte weiter (Knochenleitung) und aktiviert die tiefe, stabilisierende Hüftmuskulatur.

 

Fazit

Schuhe mit dünnen Sohlen oder gar Barfußlaufen sind wichtig für eine ausgewogene Bewegungsmöglichkeit. Verlieren wir also nicht den Boden unter den Füßen!

Text: Regula Schembri
Fotos: EWTO/hm
 

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