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Sicherheit

Wie schütze ich mich vor Diebstahl?

Gestohlen wir immer und überall. Besonders beliebte Orte sind der öffentliche Nahverkehr, Supermärkte, Großveranstaltungen, Kneipen, offene Büros, PKWs oder auf der Straße. Oft sind es mehrere Täter/innen, die aktiv werden und das meistens per Zufallsprinzip. Denn: Gelegenheit macht Diebe. Dieser Artikel will einige Tipps geben, wie man sich vor Langfingern schützen kann.

Wer kennt keine Geschichte über Diebstahl? Ein Bekannter von mir ist am Sylvesterabend auf der Straße von einem scheinbar aufdringlichen Betrunkenen „freundlich“ angerempelt worden. Dieser gab dem Ahnungslosen mit dem Knie einen kurzen „Pferdekuss“ und entwendete ihm dabei seine Geldbörse aus der Hosentasche. Das war ein plumper Straßentrick („Rempel-Trick“), der bestimmt schon seit 3000 Jahren funktioniert. Der geprellte Bekannte verlor zahlreiche wichtige Unterlagen wie EC-Karte, Ausweise, Adressen und natürlich Geld.
Eine Bekannte ist von zwei „Touristinnen“ durch den „Stadtplan-Trick“ bestohlen worden: Die eine hielt einen Stadtplan in der Hand und ließ sich darauf den Weg zeigen, die andere entwendete das Handy sowie das Portemonnaie aus der Umhängetasche. Auch hier war der Verlust ärgerlich.
Solche Geschichten lassen sich beliebig fortsetzen. Gemeinsam ist ihnen allen, dass Diebe mit der Aufmerksamkeit ihrer Opfer spielen. Es geht um Ablenkung und gleichzeitig um Fingerspitzengefühl.

Das Repertoire der Trickdiebe

Es ist umfangreich und bei Dieben z.T. über Jahrhunderte bewährt. Die Polizei hat eine Auflistung aller aktuell gängigen Tricks vorgenommen, die hier ich nun kurz kommentiere:

Rempel-Trick: Wie beim Bekannten oben bereits angedeutet, gibt’s einen kurzen Rempler und weg ist das Geld. Beliebt ist diese Technik auch auf (Roll-)Treppen, beim Gedränge des Ein- und Aussteigens und wenn man in einer Schlange steht.

Selbiges gilt beim Drängel-Trick: In einer Menschenmenge pirscht sich der Dieb immer näher heran und drängelt solange, bis der Rucksack oder die Tasche für ihn griffbereit sind. Beide Tricks können bereits von Anfängerdieben umgesetzt werden.

Etwas fortgeschrittener ist der Kneipen-Trick: Wer engagiert im Gespräch vertieft ist, achtet weniger auf die Wertsachen in der Jacke oder der unterm Stuhl abgestellten Tasche. Ein professioneller Dieb nimmt sie im Vorbeigehen mit.

Der Beschmutzer-Trick hingegen ist ziemlich plump: Der Dieb beschmutzt Dich und will anschließend den Fleck mitsamt Deinen Wertgegenständen entfernen.

Auch als besonders eindimensional kommt der Supermarkt-Trick daher: Wer seine Wertsachen im Einkaufswagen lässt, ist selbst Schuld. Denn hieraus bedienen sich die Täter, während Du in den Regalen suchst oder einer Dich in ein Gespräch verwickelt.

Der Geldwechsel-Trick erfordert schon die hohe Kunst des Diebstahls: Während Du eine Münze für den Dieb wechselst, klaut er Dir die Scheine aus dem Portemonnaie.

Zwiespältig hingegen kommt der Bettel-Trick daher: Er wird meist von Kindern angewandt, die Dich (z.B. mit einem Schild) anbetteln oder Dich anders ablenken, um so an Dein Geld zu kommen. Zwiespältig ist er deshalb, weil es sich um Kinder handelt, die verwahrlosen und wirklich Hilfe benötigen.

Der Blumen-Trick zählt zu der netteren Sorte: Du bekommst von einer Fremden (z.B. beim Straßenfest) eine Blume angesteckt, wirst umarmt und geknuddelt. Zum Dank nimmt sie Dein Geld mit.

Ebenfalls Originalität besitzt der Hochhebe-Trick, der in der Kneipe zum Einsatz kommt. Einer der Diebe behauptet, durch das Hochheben Dein Gewicht exakt bestimmen zu können und hebt Dich hoch. Der andere greift sich dabei Deine Geldbörse. Dieser Trick funktioniert nicht bei Menschen über zwei Meter Körpergröße oder ab 130 Kilo Kampfgewicht.

Wenn wir gerade beim Tragen sind: Der hilfsbereite Dieb hingegen trägt vornehmlich älteren Menschen die Einkaufstaschen in den vierten Stock, die dann um die Wertgegenstände erleichtert sind. Das bezeichnet die Polizei als Taschenträger-Trick.

Als ärgerlich entpuppt sich der Nachläufer-Trick: Der Dieb beobachtet, wer am Geldautomaten oder an der Kasse für alle sichtbar seine PIN eingibt und stiehlt dann die Geldbörse. Dieser Trick wird gerne kombiniert mit einer der oben genannten Methoden.

Einen größeren Schaden kann der Schlüsseldiebstahls-Trick hervorrufen, bei dem gezielt nach dem Wohnungs- oder Autoschlüssel gefingert wird. Während Du unterwegs zum WT-Unterricht bist und fleißig trainierst, wird Deine Wohnung ausgeräumt und anschließend sitzt der Dieb in Deinem Auto und macht eine Spritztour.

Apropos Training: Hier könnte ich noch den Umkleide-Trick hinzufügen. Der Dieb geht mit seiner Sporttasche einfach in eine Umkleide des Fitnessstudios, der Schulturnhalle oder bei einer großen Sportveranstaltung und kassiert die dagelassenen Wertgegenstände ein. An überschaubaren Orten wie der WT-Schule sollte das sehr selten bis gar nicht vorkommen; vor allem, wenn sich die Teilnehmer alle untereinander kennen.

Erste Hilfe

Das sind nun die relevantesten der Langfingertricks. Aber es gibt sicherlich noch einige mehr. Sie alle zu kennen und in den entsprechenden Situationen erhöht aufmerksam zu sein, kann schon der beste Schutz vor Diebstahl sein. Zudem ist es ratsam (wie im nächsten Artikel „Was tun, wenn Du ausgeraubt wirst?“ angemerkt), Wertsachen am Körper aufzuteilen und nicht immer alle Dokumente mit sich zu führen. Wem wie mir im Geldbeutel die EC-Karte schon mehrfach zerknickt ist (denn da sitze ich oft drauf), trägt sie eben an einer anderen Stelle.
Geschah der Diebstahl an einem Ort, an dem es eine Kameraüberwachung gibt, so sollte man das der Polizei mitteilen. Vielleicht trägt die Aufzeichnung zur Aufklärung bei.
Wen dennoch das Pech verfolgte, der kann seine Kredit- oder EC-Karte unter der bundeseinheitlichen Rufnummer 116 116 sperren lassen. Mit etwas Glück kann man über den Mobilfunkbetreiber den aktuellen Standort des geklauten Handys ausfindig machen und sollte dann dort nicht ohne Polizei erscheinen. Zudem gibt es die Möglichkeit, von vornherein den so genannten IMEI-Code des Handys zu notieren. Er wird mit *#06# (Stern-Raute-Null-Sechs-Raute) kurz auf dem Display angezeigt und für die Sperrung des Geräts vom Mobilfunkanbieter sowie von der Polizei bei einer Anzeige benötigt. Dort solltest Du sofort nach dem Diebstahl vorstellig werden; je eher umso besser, weil damit der Diebstahl „offiziell“ wird.

Alle Dokumente sollten zu Hause in kopierter Form vorliegen. Bei Verlust ist es damit leichter, Ersatz zu bekommen.
Sind die Schlüssel weg, so bezahlt die Versicherung nichts, wenn anschließend keine neuen Schlösser angebracht wurden und später die Wohnung ausgeräumt wird. Bei den gestohlenen PKW-Schlüsseln empfiehlt es sich, bei einer Werkstatt das Blinken und Fiepsen zu deaktivieren bzw. umzuprogrammieren, das beim Schlüsselknopf zur Auffindung deines Autos dient.
Bei EC-Karten, die zusammen mit dem Personalausweis gestohlen wurden, ist es das Sicherste, das Konto aufzulösen. Denn damit können alle Forderungen (z.B. bei Ratenzahlung) von geprellten Verkäufern ausgeschlagen werden, bei denen der Dieb mit Deiner Karte shoppen war.
Am besten ist es, alle o.g. Schritte für Polizei und Versicherung genau zu dokumentieren, Kopien von Vertragskündigungen, etc. zu erstellen und das nächste Mal aufmerksamer zu sein.

Alle Angaben erfolgen wie immer ohne Gewähr!

Oliver C. Pfannenstiel, 4. TG