Das Großmeister-Event an Ostern

Das Großmeister-Event vom 11.-13.04.2020
im Leistungszentrum Großwallstadt.
Jetzt anmelden und Frühbucher-Rabatt sichern!

JETZT ANMELDEN!

Sicherheit

Studie belegt: Körperverletzungen unter Jugendlichen nehmen zu

Eine neue Studie des Bundesinnenministeriums belegt, was viele WingTsun-Ausbilder aus der Praxis bereits kennen: Die Anzahl an Körperverletzungsdelikten unter Jugendlichen hat zugenommen; die Opfer zeigen die Täter öfter an als früher. Jetzt fordern Politiker mehr Prävention und bestätigen damit das Engagement der EWTO, die sich bereits seit einigen Jahren mit dem Thema Gewaltprävention an Schulen beschäftigt und entsprechende Kurse anbietet.

Der Bundesminister des Innern, Dr. Wolfgang Schäuble, und der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen e.V. (KFN), Prof. Dr. Christian Pfeiffer, haben am 17. März 2009 gemeinsam erste Ergebnisse des Forschungsprojekts „Jugendliche in Deutschland als Täter und Opfer von Gewalt“ vorgestellt.
In diesem Forschungsprojekt sind in 61 zufällig ausgewählten Landkreisen und kreisfreien Städten rund 53.000 Schülerinnen und Schüler der vierten und neunten Jahrgangsstufen befragt worden.

Prof. Dr. Pfeiffer hob als wesentliche Ergebnisse hervor: „Gestützt auf frühere Schülerbefragungen, die vom KFN seit 1998 in zehn Gebieten durchgeführt wurden, und den heute präsentierten Befunden der bundesweiten Datenerhebung können wir breit fundierte Aussagen vorlegen. Besonders ist dabei hervorzuheben, dass die Jugendgewalt in den seit 1998 untersuchten Städten entgegen der allgemeinen öffentlichen Wahrnehmung überwiegend leicht gesunken oder zumindest weitgehend konstant geblieben ist. Eine deutliche Zunahme ist in einem Teil der Gebiete jedoch bei Körperverletzungsdelikten zu verzeichnen."

Mit großer Sorge sieht Prof. Dr. Pfeiffer die von den deutschen Jugendlichen berichteten ausländerfeindlichen Einstellungen und Verhaltensweisen. So seien rund 14,4 Prozent der befragten Jugendlichen als „sehr ausländerfeindlich“ einzustufen (19 Prozent der Jungen, 9,6 Prozent der Mädchen). Von den befragten Jungen und Mädchen gaben zudem 4,9 Prozent bzw. 2,6 Prozent an, Mitglieder einer rechtsextremen Gruppe oder Kameradschaft zu sein. Auf antisemitische Einstellungen lassen die Antworten von 6,4 Prozent der Jungen und 2,1 Prozent der Mädchen schließen.

Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble wies darauf hin, dass die vorliegenden Forschungsergebnisse eine Vielzahl von zusammen wirkenden Ursachen, Risiko- und Begünstigungsfaktoren für Jugenddelinquenz und Jugendgewalt belegen, denen nur durch einen breiten gesamtgesellschaftlichen Ansatz begegnet werden kann. Minister Dr. Schäuble: „In besonderer Verantwortung stehen hierbei insbesondere die Eltern, denn die staatlichen Institutionen können im Regelfall nur ergänzend oder begleitend tätig werden. Aber wir müssen aktiv Unterstützung anbieten, zu ihrer Inanspruchnahme ausdrücklich ermuntern und ermutigen.“

Es gelte, einen Umdenkungsprozess, einen Perspektivwechsel in Politik und Gesellschaft im Interesse der Inneren Sicherheit einzuleiten. Statt immer mehr Mittel in die Folgekosten von Gewalt und Extremismus zu investieren, sollte universelle Förderung und darauf aufbauende gezielte und nachhaltig wirksame Prävention gefördert werden. Dies umfasst auch, mit Blick auf die unterschiedlichen Zuständigkeiten, Best-Practice Initiativen öffentlich zu machen, um Nachahmung zu ermöglichen und anzuregen. Das sprichwörtliche Rad solle und dürfe nicht ständig neu erfunden werden. Die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und somit auch die Bekämpfung von Jugendgewalt, sei ein querschnittliches  Handlungsfeld der Politik, es reiche weit über die Belange und Zuständigkeiten des Innenministers hinaus, auch über die Kompetenzen des Bundes. „Hier sind alle gesellschaftlichen Akteure in der Verantwortung. Und wenn wir diese wahrnehmen, jeder an seinem Platz, werden wir auch Veränderungen bewirken können“,so Minister Dr. Schäuble abschließend.

Der vollständige Forschungsbericht ist im Internet unter www.bmi.bund.de und www.kfn.de verfügbar.