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Seinen Platz behaupten – was Warteschlangen und Ritualkampf gemeinsam haben

Es hat alles nichts geholfen. Wir sind in der Phase 3 angekommen. Deeskalationen in Phase 1 und Phase 2 haben nicht funktioniert oder wir waren zu unaufmerksam. Jetzt geht es darum, seinen Platz zu behaupten. Worauf ihr achten könnt, verraten wir euch

Versetzen wir uns in folgende Situation hinein:
Du stehst beim Bäcker an. Auf einmal kommt jemand herein, geht an dir vorbei, wobei er dich kurz anrempelt, und stellt sich dann vor dich. So als ob nichts gewesen wäre.

Wie würdet ihr reagieren? Einige von euch sagen bestimmt: „Naja, ist halb so wild. Ich habe ja genug Zeit.“ Andere würden vermutlich vor Wut explodieren. Wichtig ist, es auch hier die Mitte zu finden.

Und ich gehe jede Wette ein, dass derjenige, bei dem vorgedrängelt wurde, irgendwie ein schlechtes Gefühl im Bauch hat. Man fühlt sich nicht gerade wertgeschätzt oder wahrgenommen. Man müsste seinen Platz in der Warteschlange oder in der Gesellschaft doch behaupten. Was hat das Ganze aber jetzt mit dem Ritualkampf zu tun?

Beliebter „Test“ eines Schlägers: Schubsen. Aber Achtung, das kann bereits ein Schlag sein.

Es geht in beiden Fällen darum, den anderen einzuschüchtern und seine eigene Macht zu demonstrieren. Beim Beispiel mit der Warteschlange muss diese Absicht nicht immer vordergründig enthalten sein, aber im Ritualkampf ist genau diese Machtdemonstration das Ziel zunächst der Zeige-Phase, die übergeht in die Schubs- und Anpack-Phase.

Diese können sich in verschiedenen Angriffen bzw. Übergriffen äußern:

  • Zeigen mit Finger oder Hand
  • Nahes Bedrängen in Blitz-4-Haltung
  • Schubsen oder Ziehen

Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie euer Angreifer euch auf die Pelle rücken kann und euren Platz einzunehmen versucht. Jetzt ist höchste Wachsamkeit und Achtsamkeit gefragt. Nicht immer folgen seine Aktionen dem kompletten Schema. Manchmal wird die Zeige-Phase auch einfach übersprungen.

Selbstbewusstsein und Hände vor dem Körper sind eine wichtige Grundlage für erfolgreiche Selbstverteidigung.

Aber wenn ihr achtsam wart und eure Hände hochgenommen habt, sollte es kein Problem sein, solche Übergriffe zu lösen. Achtet wieder auf jeden Fall auf eine selbstbewusste Ausstrahlung. Ihr dürft Angst haben, aber euer Gegner sollte sie nicht wahrnehmen können.

Außerdem geht es nicht unbedingt darum, keinen Millimeter zurückzuweichen. Wenn es nötig ist, könnt ihr einen Schritt nach vorn oder hinten machen. Wichtig ist, dem Gegenüber zu zeigen, dass ihr euch der Situation bewusst seid. Aber Vorsicht! Rückwärts nur, wenn dort keine neuen Gefahren lauern – wie z.B. Stolpersteine oder -löcher, Taschen oder Treppen!

Ihr müsst jedenfalls signalisieren, dass ihr geistig und körperlich „da“, präsent und entsprechend in der Lage seid, in der Konfliktsituation zu reagieren.

Das gilt sowohl für das Vordrängeln, als auch für den Ritualkampf.

In diesem Sinne viel Spaß beim Üben eures Selbstbewusstseins und eurer Ausstrahlung, wenn sich das nächste Mal jemand in der Schlange vordrängelt.
 

Text: Sadek Radde
Fotos: mg