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Ritual oder nicht? Machos im Revier

Womöglich kennt ihr bereits die unterschiedlichen Phasen, mit denen Machos ihr Revier verteidigen. Ansonsten könnt ihr sie in unserer kleinen Serie zum Ritualkampf nachlesen. Dort taucht mehrfach der Begriff des entarteten Ritualkampfs auf. In diesem Artikel wollen wir den Unterschied zu einem „normalen“ Ritualkampf noch einmal hervorheben.

Eins vorweg: Eine offene Konfrontation läuft nicht immer nach einem exakt festgelegten Schema ab. Es kann sein, dass eine Phase übersprungen wird oder ihr mit eurer Deeskalation Schlimmeres verhindert. Aber wir betrachten jetzt einmal den schlimmsten Fall, der eintreten kann.

Entartet: Tritte auf zu Boden gegangene Opfer

Der größte Unterschied zwischen dem früher üblichen Ritualkampf und dem heutigen entarteten Ritualkampf besteht in der letzten und übelsten Phase. Diese entfiel bei dem hier definierten Ritualkampf bzw. trat nicht ein – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

Die letzte Phase besteht nach der Analyse von Großmeister Kernspecht darin, dass wir zu Boden gegangen sind und nun mit Tritten zum Kopf und Körper rechnen müssen. Vielleicht kommen außerdem noch Freunde des Angreifers hinzu. Dann müssen wir uns auch noch gegen mehrere Gegner verteidigen. Eine ganz schön heikle Situation…

Beim normalen Ritualkampf, der nicht völlig aus dem Ruder läuft, kommt es zu dieser Phase nicht. Ein Beispiel aus dem Leben:

Während ihr in einer Bar, Kneipe oder Diskothek nett mit einem Mädchen plaudert, taucht auf einmal ihr Freund auf. Nicht immer fühlt sich er sich gleich hintergangen, aber es kann schon sein, dass der Affentanz jetzt losgeht. Immerhin habt ihr euch ja mit seiner Freundin angeregt unterhalten …

Der Ritualkampf zeichnet sich durch typisches Revierverhalten aus.

Wenn der Freund es als Anmache betrachtet, ist ein typischer Ritualkampf vorprogrammiert. Das kann dann durchaus damit enden, dass einer zu Boden geschlagen wird. Sollten wir den Kürzeren gezogen haben und zu Boden gehen, hat uns der Freund des Mädchens in die Schranken gewiesen und gezeigt, wer der Hahn im Korb ist. Damit hatte es sich früher in einer solchen Situation. Der Freund hatte sein „Revier“ verteidigt und damit war die Sache ausgestanden. Schließlich stammt der Mensch von den Primaten ab und hat aus seiner tierischen Vergangenheit bestimmte Verhaltensweisen und Muster übernommen.

Der Ritualkampf fällt in diesen Bereich. Es war nicht nötig, den vermeintlichen Angreifer tödlich zu verletzen und ihn damit aus dem Genpool zu kicken. Es reichte zu zeigen, wer der eigentliche Chef im Revier ist.

Es ist ein bisschen wie in der Jugendzeit, wenn man sich mit jemand anderem prügelte. Da ging‘s auch erst mit einem schiefen Blick los und endete mit einem Schlag. An dem Punkt war dann aber Schluss.

Mittlerweile ist die Gefahr des Nachtretens immer größer geworden und sollte nicht außer Acht gelassen werden. Diese Phase gehört aber nicht zum ursprünglichen Ritualkampf, den wir meinen. Es lässt diesen entarten. Deswegen hier die begriffliche Unterscheidung. Zudem kann es auch sein, dass wir es mit mehreren Angreifern zu tun bekommen und wer weiß, was noch im Spiel sein kann.

Also seid immer auf das Schlimmste gefasst; denn lieber ein Krieger im Garten sein, als ein Gärtner im Krieg.

Text: Sadek Radde
Fotos: mg