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Kam, sah, pöbelte, schlug zu … und trat nach – was geht hier ab?

Einige von euch haben solche oder ähnliche Situationen bestimmt schon einmal erlebt. In diesem Artikel geben wir euch einen kurzen Überblick über die verschiedenen Stufen, die es beim sogenannten Ritualkampf gibt. Und wir erklären euch, was das überhaupt ist – so ein Ritualkampf.

Ritualkampf bedeutet für uns nicht, dass sich zwei Typen gegenüberstehen, Räucherstäbchen anzünden und dann kämpfen – in beiderseitigem Einvernehmen.

Bei dem, was wir als Ritualkampf betrachten wollen, handelt es sich um einen Kampf, der zwar auch immer nach den gleichen Anzeichen und Phasen – einem Ritual – abläuft. Aber hier haben wir einen Angreifer und ein unfreiwilliges Opfer. Dies ist mit der Bezeichnung Ritualkampf gemeint. Betrachten wir die einzelnen Phasen genauer:
 

Typische Pose beim Pöbeln: Ärger bahnt sich an.

Phase 1: Blickkontakt

Ein Angreifer sucht sich immer ein Opfer aus. Im Regelfall braucht der Täter aber irgendeinen Vorwand, eine vorgeschobene Rechtfertigung, um zuschlagen zu „dürfen“. Also wird der Blickkontakt zum Opfer gesucht. Die Provokation hat begonnen.
 

Phase 2: Pöbeln

Nach „erfolgreichem“ Blickkontakt folgt umgehend die verbale Anmache, die Pöbelei. „Was guckst du so blöde?“, „Brauchst du ein paar in die Fresse?!“ Diese oder ähnliche Sätze werden abgelassen. Wenn man da nicht richtig reagiert, kann das böse ins Gesicht – Verzeihung, in die Hose – gehen.
 

Phase 3: Schubsen, Packen

Es wird körperlich: Zeigen und Schubsen ist eine typische Vorkampfphase, in der Schläger ihr Opfer „testen“.

Kommt die vermeintlich falsche Erwiderung, nimmt der Angreifer das zum Anlass, uns zu packen, schütteln oder schubsen. Nachdem diese erste körperliche „Hürde“ genommen ist, kann unser Angreifer so richtig loslegen. Wenn wir uns jetzt nicht richtig wehren, stacheln wir unseren Angreifer nur weiterhin an und haben wieder eine Gelegenheit verpasst, noch relativ unbeschadet aus der Sache herauszukommen.
 

Phase 4: Wilde Angriffe („Heumacher“)

Durch unseren geringen Widerstand, fühlt sich unser Angreifer ermutigt. Er steigert sich zu wilden Angriffen. Meistens handelt es sich um „Heumacher“, also einen von oben nach unten geschlagenen Schwinger zum Kopf. Manchmal tut er auch so, als ob er uns in Ruhe ließe. Nur, um dann mit einem getarnten, hinterhältigen Schlag, einem sogenannten Sucker Punch, zuzuschlagen. Spätestens hier, in Phase 4, sollten bei uns alle Alarmglocken schrillen.
 

Phase 5: Fußtritte zum Kopf/Körper, wenn wir zu Boden gegangen sind.

Sollten wir alle Phasen unachtsam verschlafen haben und uns nicht konsequent genug gewehrt haben, ist die Gefahr, sich auf dem Boden liegend wiederzufinden, ausgesprochen hoch. Früher war hier in der Regel Schluss. Aber diese Zeiten sind schon lang vorbei. Liegt da ein Kopf – schön wie ein Fußball – vor den Füßen des Angreifers… Also werden heutzutage die Opfer, die zu Boden gegangen sind, immer munter mit den Füßen bearbeitet. Deshalb ist auch auf dem Boden, ja besonders auf dem Boden, höchste Achtsamkeit gefordert.

Bislang haben wir – außer dem Hinweis auf ständige Achtsamkeit – keine „konkreten“ Antworten auf die Frage nach einer Lösung geliefert. Das werden wir aber in den folgenden Artikeln jeweils für die einzelnen Phasen tun. Ihr erhaltet damit nach und nach ein paar Ideen, wie man diese Probleme eines heutigen Ritualkampfs lösen kann.

Bleibt gespannt und bis zum nächsten Mal!

Text: Sadek Radde/hm
Fotos: mg