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Die Rolle des Kampfgeists – erst siegen, dann kämpfen

In Auseinandersetzungen auf der Straße kommen viele Faktoren hinzu, die man in einem gepflegten Dojo oder Kwoon kaum nachstellen kann. Unter anderem wird beim „normalen“ Techniktraining die geistige Komponente – der Kampfgeist – oft vernachlässigt. Hier verraten wir euch, wie ihr diesen mit Übungen trainieren könnt und wobei es darauf ankommt.

Der Kampfgeist ist in körperlichen Auseinandersetzungen enorm wichtig, da er als mentale Stärke durchaus Einfluss auf den Ausgang eines stressgeladenen Kampfes nehmen kann.

Schülergradprogramme werden in Anwendungen realistisch trainiert

Deshalb ist es natürlich wichtig, dass ihr die BlitzDefence-Programme zwar einerseits als Technik einübt, aber andererseits nicht vergesst, dass diese Programme auch als eine Art „Szenario“- oder besser Stresstraining“ dienen: Einer spielt den Aggressor, also den bösen Angreifer, und der andere übernimmt die Rolle des Verteidigers.

Dazu gehört natürlich das Vorgeplänkel, das wir aus dem typischen Ritualkampf kennen. Wer wirklich schon einmal solch eine Situation erlebte, weiß, dass es sich leider tatsächlich so abspielt. Erst wird man intensiv fixiert, dann dumm angequatscht. Eine falsche Reaktion und schon man hat sich eine gefangen, liegt am Boden, wird vielleicht sogar getreten.

Wenn ihr im Training das Anmachen und die blöden Sprüche trainiert, werdet ihr merken, wie sich eine ganz eigene Dynamik entwickelt. Vielleicht klappen eure Techniken nicht mehr so gut, wie sie im Technik-Training im Unterricht noch funktionierten. Das liegt an einer unangenehmen Nebenwirkung des Stresshormons Adrenalin. Ein Adrenalinschub wird durch Angst ausgelöst und versetzt die Muskulatur durch erhöhte Blutzufuhr in Einsatzbereitschaft – sei es für Flucht oder Kampf. Leider wird dafür die Blutversorgung des Gehirns gedrosselt, was das klare Denken und die Wahrnehmung einschränkt.

Stress- bzw. auch ein Szenariotraining, das jeweils an realen Schauplätzen stattfindet, trainieren den Kampfgeist

Durch ein Stresstraining kann man sich aber mit seiner Angstreaktion vertraut machen und die Stresssituation dann trotz eines erhöhten Adrenalinpegels angemessen lösen. Denkt daran, es ist völlig in Ordnung, Angst zu haben. Unser Gegner darf dies allerdings tunlichst nicht merken. Wir sollten nach außen in solchen Situationen ruhig und souverän wirken. Im Kopf sollten wir unseren Sieg schon vor Augen haben, damit sich das Kämpfen überhaupt „lohnt“ – sprich erst mental siegen, dann kämpfen. Keine Zweifel, sonst sind wir von vornherein auf der Verliererstraße.

Damit sich bei diesem Training ein Erfolg einstellt und niemand zu einem Angsthasen „trainiert“ wird, ist es wichtig, dass ihr euren Trainingspartnern abschließend immer ein Erfolgserlebnis vermittelt. Es braucht schon einigen Mut, um seine vorhandene Angst und Scheu zu überwinden.
Also, selbst wenn anfangs nur zögerlich und verhalten eine Abwehr erfolgt, solltet ihr als Angreifer nachgeben und euch zurückziehen.

Sinn der Übung kann ja nicht sein, dass ich meine/n Übungspartner bzw. -partnerin anbrülle und ihm/ihr eine Heidenangst mache, nur um zu zeigen, dass es auf der Straße so ablaufen kann. Ihr wollt doch gemeinsam immer besser werden, euren Kampfgeist stärken und lernen, solche Auseinandersetzungen künftig ohne schwerwiegende Probleme lösen zu können.

Also viel Spaß beim Ausprobieren und Inszenieren!
 

Text: Sadek Radde/hm
Fotos: mg