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Die Fähigkeit, eine Chance zu nutzen, wenn sie sich bietet – Timing

Dieses Mal beschäftigen wir uns mit der Fähigkeit, die zwar nicht alles, aber ohne die alles nichts ist: Timing. Worauf es hierbei ankommt und warum diese Fähigkeit eine so wichtige Rolle spielt, verraten wir euch im folgenden Artikel.

Bruce Lee definiert im „Tao of Jeet Kune Do“ Timing wie folgt: „Timing ist die Fähigkeit, den richtigen Augenblick für eine Aktion zu erkennen und auszunutzen.“

Großmeister Keith R. Kernspecht äußerte: „Timing ist die (fast aristotelische) Forderung, im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein, um das richtige Ziel mit der richtigen Waffe, der richtigen Geschwindigkeit und der richtig dosierten Energie zu treffen.“

Es gibt allerdings verschiedene Arten des Timings. Zum einen ist es natürlich eine Anpassung an die Bewegungen unseres Gegners. Zum anderen gehört die Anpassung unserer eigenen Bewegungen zum Aspekt des Timings.

So gibt es eine Gleichzeitigkeit mit meinen Bewegungen. Beispielsweise werden Angriff und Abwehr von mir perfekt abgestimmt. Und natürlich kann diese „innere“ Abstimmung auch noch mit dem Gegner, also den „äußeren“ Einflüssen in Einklang gebracht werden. Die Mottos des Timings helfen vielleicht, das Ganze noch besser zu verstehen:

Richtiges Timing bringt entscheidende Vorteile.
  • Greif mit dem richtigen Timing an!
    Was ist denn nun das richtige Timing? Schwierig zu sagen. Aber Bruce Lee formulierte schon mehrere Bedingungen, unter denen ein Angriff gelingen kann: Wenn der Gegner einen Schlag plant oder sich mitten in einer Bewegung befindet. Auch der Wechsel von Anspannung zu Entspannung bietet einen guten Moment für einen Angriff, genauso, wenn der Gegner unachtsam ist.
  • Wenn der Gegner sich nicht bewegt, bewege dich auch nicht!
    Hier gibt es eine schöne Legende zweier Meister der Kampfkunst, die sich miteinander messen wollen. Nachdem sich mehrere Minuten keiner bewegte hatte, einigte man sich auf ein Unentschieden. Die Lehre daraus: Wer zuerst angreift, bietet immer eine Lücke. Deswegen müssen wir bei einem guten Gegner auf die sich bietende Gelegenheit warten.
Bei Kontakt reagieren wir auf Bewegungen des Gegners.
  • Wenn der Gegner sich gerade bewegen will, sei schon da!
    Das Motto kennen wir aus den Blitz-Programmen. Wir nehmen Kontakt zu unserem Gegner auf und sobald sich dieser bewegt – das kleinste Zucken reicht – schlagen wir (nahezu präventiv) zu.
     
  • Timing erlernt man mit der Praxis – oder nie.
    Ja, aber wie nun? Das Timing mit uns selbst ist bereits in der ChamKiu Thema. Arme und Beine bewegen sich zum Teil gleichzeitig. Da sie unterschiedlich lange Wege zurücklegen müssen, muss die jeweilige Bewegung mit einer voneinander abweichenden Geschwindigkeit ausgeführt werden, um zur selben Zeit beendet zu sein. Timing mit dem Gegner trainiert man vor allem im Sparring.  Man lernt, die Bewegungen des Gegners einzuschätzen und in Sekundenschnelle zu analysieren. Natürlich solltet ihr langsam beginnen und euch dann immer mehr steigern. Denkt daran, dass die Sparringssituation nicht viel mit der Selbstverteidigungssituation gemein hat.
     

Sparring bietet vor allem die Möglichkeit, gewisse Fähigkeiten – etwa Kampfgeist und Timing – zu trainieren. Und das unter sicheren Bedingungen. Diese Fähigkeiten helfen euch natürlich auch bei der Selbstverteidigung.
 

Ob ihr alles richtig getimt habt, sprich das Timing stimmte, erkennt ihr an der erzielten Wirkung.
 

Text: Sadek Radde
Fotos: mg