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Editorial

10 Expertentipps zum Verhalten bei Messerangriffen

Es gibt kein Universalrezept gegen bewaffnete Angreifer, aber die folgenden Tipps können im Notfall deine Überlebenschancen erhöhen!

1. Achtsamkeit, Achtsamkeit und nochmals Achtsamkeit!

Die meisten Opfer werden von Angriffen mit Klingenwaffen überrascht. Alle Notwehrstrategien und Techniken versagen, wenn man nicht schon frühzeitig achtsam die Umgebung beobachtet. Personen, die sich auffällig verhalten, im Auge behalten. Meist sind diese in einem emotionalen Ausnahmezustand – sehr aufgebracht, nervös etc.

Menschen, die sich nähern und z.B. eine Hand für uns unsichtbar hinter dem Rücken oder in einer Tasche verstecken, können potenziell eine Waffe verbergen und bereit sein, sie gegen dich einzusetzen.

2. Auf keinen Fall versuchen, ein Messer abzuwehren!

Eine Klingenwaffe wird oft unterschätzt. Sie kann aber einen ähnlichen oder gar größeren Schaden anrichten als eine Schusswaffe!
 

3. Bei Bedrohung durch eine Klingenwaffe Geld, Handy oder Wertgegenstände lieber aushändigen

Lieber die Handtasche verlieren als das Leben!

Wenn der Täter weg ist, rufe die Polizei und lasse die Beamten ihre Arbeit machen. Nichts Materielles ist so viel wert, dass es sich lohnt, Gesundheit oder Leben dafür aufs Spiel zu setzen. Das Risiko bei einem Angriff mit Klingenwaffen schwer verletzt oder getötet zu werden, ist viel zu hoch!
 

4. Deeskalieren!

Manchmal hilft es, auf einen potenziellen Täter einzureden, ihm vermeintlich zuzustimmen, mit psychologischem Geschick die Situation zu deeskalieren. So wie du es zu deiner Selbstverteidigung im EWTO-Unterricht in Rollenspielen lernst. Das ist allemal besser, als den Helden zu spielen und zu versuchen, ihm das Messer mit körperlicher Gewalt wegzunehmen.
 

5. Flucht!

Gut zu sehen, dass der Angreifer nicht folgt.

Wer einen potenziellen Messerangriff erkennt, tut gut daran, rechtzeitig die Distanz zum Angreifer zu vergrößern, zu fliehen, nicht aus dem verriegelten Fahrzeug auszusteigen, etwas zwischen sich und den Angreifer zu bringen – z.B. um einen Tisch herumgehen oder Ähnliches.

Das gilt generell für Situationen, in der deine Intuition, dein gesunder Menschenverstand dir Gefahr signalisieren. Wenn dir jemand auf dem Weg zur U-Bahn verdächtig erscheint, wechsele die Straßenseite. Wenn sich jemand auffällig verhält, gehe ihm aus dem Weg. Wenn du eine Ansammlung von Männern siehst, die aggressiv wirkt, vermeide eine direkte Begegnung.
 

6. Alltagsgegenstände als Behelfswaffen verwenden

Wenn du gar keine Möglichkeit zu flüchten hast und die obigen Alternativen nicht zur Wahl stehen, kann als letzte Chance auf eigene Waffen zurückgegriffen werden, um sich selbst zu verteidigen. Solche Waffen können auch Alltagsgegenstände sein, die jeder bei sich hat: Mobiltelefon, Regenschirm, ein Kobutan (kurzer Stock aus Metall oder Holz) als Schlüsselanhänger oder auch das Schlüsselbund selbst, Kugelschreiber, eine PET-Flasche …

Der Umgang mit all diesen Behelfswaffen zur Selbstverteidigung bedarf allerdings trotzdem eines Trainings unter professioneller Anleitung!
 

7. Vermeide es, Held sein zu wollen!

Wenn du Zeuge einer Messerattacke wirst: Das Risiko, dass du schwer verletzt wirst, wenn du jemandem helfen willst, der mit einem Messer angegriffen wird, indem du direkt eingreifst, ist extrem hoch. Nur wenn du sehr gut auf solche Situationen vorbereitet bist, was langes und regelmäßiges Training voraussetzt, kannst du die Situation realistisch einschätzen und eventuell eingreifen. Ansonsten gilt hier:
Distanz gewinnen und über den Notruf die Polizei verständigen.
 

Schnelle Erste Hilfe kann lebensrettend sein!

8. Erste Hilfe leisten

Was tun, wenn du zu einer Situation kommst, in der jemand mit einem Messer angegriffen und verletzt wurde? – Schnellstens Erste Hilfe leisten und sofort über Notruf Notarzt und Polizei anfordern. Wenn deine Erste-Hilfe-Kenntnisse eingerostet sind, gleich Notruf! Je schneller der Verletzte professionell medizinisch versorgt wird, desto höher sind seine Überlebenschancen!
 

9. Keine scharfen oder gefährlichen Gegenstände offen herumliegen lassen

Übergriffe mit Klingenwaffen am Arbeitsplatz gibt es immer öfter. Angriffe mit Klingenwaffen passieren bei Behörden, in Krankenhäusern etc. Frustrierte Antragsteller, Klienten, Patienten greifen sich die Schere oder den Brieföffner, die offen auf dem Schreibtisch liegen, und stechen einfach zu.
Auch Einsatzkräften wie Feuerwehr und Sanitätern passiert es immer öfter, dass sie angegriffen werden. Hier hilft nur Achtsamkeit. Im Zweifelsfall Rückzug und Polizei anfordern.
 

10. Angst mit Stärke begegnen

Je selbstbewusster du deinen Alltag lebst, desto mehr wirst du dir in einer gefährlichen Situation auch deiner eigenen Stärke bewusst sein.
 

Wenn deine Freunde, Verwandten und Bekannten das Thema vertiefen wollen: Die EWTO veranstaltete in all ihren Schulen am Samstag, 02. Februar einen „Tag der Selbstverteidigung“ mit informativen Einstiegskursen. An diesem Tag speziell für Frauen! Aber auch an allen anderen Unterrichtstagen sind die EWTO-Schulleiter selbstverständlich für alle für eine Beratung da.
 

Euer Oliver König

 

Fotos: Adobe Stock: Brian Jackson, DedMityay, Cara-Foto, Dörr & M. Frommherz, Tiramisu Studio/aw