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BlitzFight

BlitzFight-Reise 2019

Mit einem lachenden Auge und einem weinenden Auge schaue ich auf die vergangenen Reisen zu BlitzFight-Lehrgängen dieses Kalenderjahres zurück. Es gab viele wunderschöne und spaßige Momente, doch sie gehören alle schon der Vergangenheit an. Soweit das weinende Auge. Das lachende Auge sieht aber, dass diese Erfahrungen und Trainingserfolge mir keiner mehr nehmen kann.

Für mich war es wie eine abenteuerliche Bootstour durch BlitzFight-Gewässer: Die beiden Kapitäne GM Oliver König und GM Thomas Schrön stachen mit ihrer BlitzFight-Mannschaft in See – zu neuen Ufern, wo es immer wieder geniale Schlag- und Trittkombinationen, unglaubliche Würfe und goldene Submissons zu entdecken gab.
 

BlitzFight in Bruchsal


Die Reise begann am 02./03. März 2019 in einer für BlitzFighter vertrauten Umgebung: dem 1. Bruchsaler Budo Club. Mit bekannten, aber auch vielen neuen Gesichtern startete die Reise auf ein neues Level. Voll motiviert und mit erweiterter Landkarte starteten GM Oliver König und GM Thomas Schrön. Die über 30 Mann und Frau starke Teilnehmergruppe wurde in „Frischlinge“ und bereits erfahrene BlitzFighter –Trainer und -Übungsleiter – aufgeteilt. Während GM Oliver König die Basics – wie Schrittarbeit, Grundschläge, Einsteigerdrills, Kombinationen mit WT und innerem WT unterrichtete, konnte ich eine wachsende Begeisterung und Motivation beobachten.

Währenddessen wurden die Übungsleiter und Trainer 1 in ihren neuen Trainingsaufgaben angeleitet. Ich glaube, jedes Mitglied der EWTO kennt die Situation, wenn einer der Großmeister etwas zeigt, von dem man ganz genau weiß: „Das hab‘ ich schon einmal gemacht!“ Aber dann fügt der Großmeister ein weiteres Detail hinzu und man bekommt das Gefühl, dass einem der Verstand explodiert. Man glaubt, nun Bäume ausreißen bzw. alle Gegner besiegen zu können.

Ich liebe diese Momente. Aber beide Großmeister verstehen es glücklicherweise sehr gut, uns alle wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Wenn sie uns unsere Fehler aufzeigen, merken wir, dass es noch sehr viel zu lernen gibt. Es ist ein immerwährendes Wechselspiel zwischen Motivation und der Demut weiter lernen zu wollen.

Ein gutes Beispiel dafür sind die Trainingseinheiten im Grappling: Viele Positionsdrills, Arm- und Beinhebel standen auf dem Programm. Doch vor allem beim freien Sparring am Boden, das wir „freies Rollen“ nennen und das eine Art Übungskampf mit dem Partner ist, lernt man Respekt vor den Aktionen des anderen und außerdem auf sein eigenes Ego zu verzichten. Nur so lassen sich Verletzungen vermeiden, damit alle wieder entspannt nach Hause fahren können.

Aber trotzdem kann jeder vollgasgeben und versuchen, den anderen zur Aufgabe zu zwingen – ohne ihn zu verletzten.

Eine für mich sehr einprägsame Übung ist „König der Matte“. Es geht hierbei darum, dass immer zwei Personen miteinander rollen und der Rest der Gruppe derweil eine Pause genießen kann. Derjenige, der seinen Partner zur Aufgabe bringt, darf auf der Matte bleiben und mit dem nächsten, frisch ausgeruhten Partner weitermachen.

Ich muss dazu sagen, dass ich mich beim Grappling sehr wohl auf der Matte fühle. Diese Übung brachte und bringt mich an meine Grenzen und darüber hinaus. Ich wollte unbedingt anfangen. GM Thomas Schrön erlaubte es mir. Nach einer Weile bereute ich allerdings diese Idee; denn viele meiner Kollegen schienen total motiviert von dem Gedanken, mich zum Abklopfen zu bringen. Jeder wollte den Titel „König der Matte“ für sich beanspruchen. Nach einiger Zeit löste mich dann ein überaus muskelbepackter Kollege ab. Ich war fix und alle; denn die Männer und Frauen in der EWTO sind alles andere als leicht zu bezwingen. Viele klopften mir respektvoll auf die Schulter und als ich nach kurzer Zeit wieder zu Atem kam, wurde mir klar, was ich alles schon gelernt hatte. Wie viele Männer und Frauen nötig waren, um mich an meine Grenzen zu bringen, weiß ich nicht. Aber mir ist klar geworden, dass es diese Grenzen gibt. Dass ich noch viel zu lernen und zu verbessern habe. Ich würde mich allerdings jeder Zeit wieder als Erster melden, weil ich dann am meisten über mich selbst lerne.
 

BlitzFight-Kleingruppe in München

Nach nur zwei Wochen, am 17. März 2019, wurde unsere Reise in der Trainerakademie München fortgesetzt. Doch fast drohte der Lehrgang in München auszufallen. Aber nach dem beherzten Einsatz einiger motivierter BlitzFighter und einem sehr engagierten GM Thomas Schrön – hier noch einmal herzlichen Dank an ihn – kamen wir doch zu unserer BlitzFight-Kleingruppe in München. Begeistert fügten wir die Schlagdrills mit ausgeklügelten Würfen zusammen und fluteten mit unserem Schweiß die Matten.

Noch intensiver wurde es bei den Prüfungen zum Trainer 2 und Level 8 im BlitzFight. Für mich war es eine meiner aufregendsten Prüfungen. Wir waren nur vier Prüflinge und das wachsame Auge von GM Thomas Schrön hatte genügend Zeit, unsere Bewegungen ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Vor uns hatte noch keiner diese Prüfung abgelegt. Verschiedene Würfe in Verbindung mit Schagdrills und außerdem Sparringsübungen wollte GM Thomas Schrön von uns sehen. Sehr intensiv testete er die Fähigkeiten im Grappling.

München: Die ersten vier stolzen EWTO-BlitzFighter nach bestandener Prüfung zum Level 8 und Trainer-2

Jeder von uns musste verschiedene Positionswechel (Sweeps) und unterschiedliche Aufgabegriffe (Submissons) aus allen möglichen Positionen ausführen. Es war eine richtig anspruchsvolle und schweißtreibende Prüfung. Es waren nicht nur technische, sondern auch kämpferische Fähigkeiten gefragt. Doch die Belohnung am Ende war es wert: Seit diesem Tag gibt es vier EWTO-ler, die mit Stolz sagen können, die Trainer-2-Prüfung und Level 8 im BlitzFight bestanden zu haben: Jan Gerdewitz und Richard Kalmbach aus München und René Dankwart und ich, Patrick Meißgeier, aus Gera. Diese Graduierung erreichten wir durch hartes Training mit abschließender strenger Prüfung.

Das Tolle an diesem Kleingruppen-Training war, dass wir super viel lernten und neue Details entdeckten. Voller Stolz nahmen wir am Ende das Lob von Großmeister Thomas Schrön entgegen: „Das habt ihr richtig gut gemacht. Man hat richtig gesehen, wie hart ihr trainiert und euch verbessert habt. Weiter so!“.

Mit stolz geschwellter Brust fuhren wir nach Hause. Voll motiviert bald wieder zu trainieren, um uns noch mehr zu verbessern und dies beim nächsten Seminar unter Beweis zu stellen.
 

BlitzFight in Düsseldorf

Das Seminar am 06./07. Juli 2019 in Düsseldorf war ein besonderes Highlight für mich. Schon der Empfang war grandios. Die Kollegen in Düsseldorf haben eine wunderschöne Schule mit tollen Matten und sind unglaublich gastfreundlich.

GM Thomas Schrön zögerte nicht, uns innerhalb kürzester Zeit an unsere körperlichen und geistigen Grenzen zu bringen. Wie immer wurden wir in Erfahrungsgruppen eingeteilt, damit jeder genau das lernte, was er für seinen Wissensstand und seine nächste Prüfung braucht. Altbekanntes wurde wiederholt und anschließend mit dem neu erlangten Wissen verknüpft.

Mit vielen Schlagdrills und -kombinationen ging es los. Anschließend wurden die Drills in verschiedene Kampfanwendungen eingebaut und mit den verschiedensten Würfen verfeinert. Doch als Großmeister Schrön uns zeigte, wie wir die eben noch so genialen Drills und Kombinationen mit Einflüssen aus dem klassischen und inneren WingTsun knacken können, waren wir alle absolut begeistert.

Weitere vier EWTO-BlitzFighter schafften die Prüfung zum Trainer-2 und Level 8

Auch viele Grappling-Situationen, -Bewegungen und -Aufgabegriffe (Armlockflow und Leglockflow) können mit den Prinzipien und Bewegungen aus dem klassischen und inneren WT erklärt werden. Was es für uns natürlich leichter macht, alles miteinander zu verbinden. Grappling ist also keineswegs gesondert vom Wing Tsun zu betrachten. Alles kann man zusammen mit den gleichen Prinzipien erklären. Im BlitzFight steht keine Kampfkunst im Vordergrund. Es geht nicht darum, in WingTsun, inneres WT, Kickboxen, MMA oder Grappling zu unterscheiden. Es geht darum alles zu einem zu machen, um das Beste aus sich selbst und seinen Schülern herauszuholen. Das Wichtigste ist, sich gegenseitig zu fordern und zu fördern. Es geht darum, Spaß zu haben, an seinen Schwächen zu arbeiten und seine Kräfte in 20 Prozent und 100 Prozent einteilen zu können.

Wir freuen uns über jedes neue Gesicht bei den BlitzFight-Lehrgängen und sind stolz darauf, dass in Düsseldorf Martin Neifer Heinz Hensellek, Felix Schmidt und Selcuk Giasar Level 8 im BlitzFight und auch den Trainer-2 bestanden. Auch viele andere verbesserten ihre Fähigkeiten im Stand und auf dem Boden. Alle schlugen sich tapfer bei der Prüfung. Herzlichen Glückwunsch an alle Prüflinge! Ihr wart spitze. Wir freuen uns, dass ihr nun auch zu unserem „BlitzFight-Team“ gehört. Doch nicht vergessen: Immer schön weitertrainieren, denn 2020 geht unsere Reise, um sich im Grappling und BlitzFight zu verbessern, weiter.

Wir werden immer mehr und freuen uns über jedes neue Gesicht. Ich hoffe, wir sehen uns auf der Matte – sei es auf dem nächsten BlitzFight-Lehrgang, auf anderen WingTsun-Lehrgängen oder vielleicht sogar zur offenen Matte in der EWTO-Schule in Gera.

Bis bald!

Euer Patrick Meißgeier